Der Aufsatz analysiert die Runeninschrift G 384 in einer Wandmalerei der Kirche von Lau auf Gotland. Der Text, für den bislang keine vollständige Deutung existiert hat, wird als ein estnisches Wortspiel interpretiert. Dialektale Besonderheiten deuten auf eine Herkunft des Urhebers von der Insel Muhu oder aus dem südestnischen Sprachgebiet hin.
Die Arbeit interpretiert die Runeninschrift bjʀo auf der steinernen Speerspitze von Älgsjö (6./7. Jahrhundert?) als ursüdsamischen Namen *bijrrᴖ̄. Dabei kann es sich um den Namen eines Donnergottes handeln. Es besteht Grund zur Annahme, dass das finnische Etymon piru mit dem finnischen Wort perkele verwandt ist, das wahrscheinlich vom baltischen Perkū́nas entlehnt ist. Die Interpretation als Name eines Donnergottes steht in Einklang mit der bisherigen Deutung des Inschriftenträgers als Donnerstein.
Der Aufsatz analysiert die monumentalen Grabhügel von Alt-Uppsala, deren Datierung in die Vendelzeit und die Frage, wer dort bestattet ist. Ein zentraler Aspekt ist die Lokalisierung des heidnischen Tempels: Diesen vermutet der Autor aufgrund einer historischen Beschreibung und der Anordnung der Hügelgräber nicht unter der heutigen Kirche, sondern südlich davon.
Diese Arbeit von Ulrich Latzenhofer beleuchtet Leben und Werk des färöischen Schriftstellers William Heinesen. Trotz dänischer Muttersprache prägte Heinesens facettenreiches Schaffen in Literatur, Musik und bildender Kunst die kulturelle Identität der Färöer tiefgreifend. Ein Höhepunkt war sein Verzicht auf den Nobelpreis zugunsten der färöischen Sprache.
Der Aufsatz untersucht die eschatologischen Vorstellungen in der altnordischen Literatur, insbesondere der Vǫlospá. Er analysiert das Konzept des Weltuntergangs (ragnarǫk) als zyklisches Ereignis, das auf die moralische Entwertung der Götterwelt folgt und schließlich in einer gereinigten Neuentstehung der Welt mündet.
Die Arbeit zeigt auf, wie die Protagonisten der Gísla saga durch Blutrache und Ehrbegriffe in eine ausweglose Spirale geraten, die schließlich zur Ächtung und zum gewaltsamen Tod des Helden Gísli führt.